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Bekämpfung des Menschenhandels am Horn von Afrika

Botschafter Ullrich Klöckner sprach zum Abschluss der Konferenz zu den Teilnehmern

Botschafter Ullrich Klöckner sprach zum Abschluss der Konferenz zu den Teilnehmern, © GIZ/Sari Omer

30.07.2018 - Artikel

Regionale Konferenz zum Austausch auf staatlicher Ebene in Khartum

Mehr als 80 Vertreterinnen und Vertreter der Regierungen in Sudan, Äthiopien, Dschibuti, Kenia, Uganda, Südsudan, Tunesien, Ägypten und Libyen nahmen an der „Regionalen Konferenz zur Bekämpfung des Menschenhandels“ vom 16.-16. Juli 2018 in Khartum teil. Die Teilnehmenden tauschten sich mit Vertreterinnen und Vertretern nationaler und internationaler Nicht-Regierungsorganisationen, von Organisationen der Vereinten Nationen und interessierten diplomatischen Stellen über  positive Beispiele und Erfahrungen im Hinblick auf die nationalen Strukturen im Kampf gegen Menschenhandel aus. Sudan, wie auch Kenia und Dschibuti, sind Haupttransitländer für Migrierende aus Äthiopien, Eritrea und Somalia auf den Routen am Horn von Afrika.

Schwerpunkte der Arbeit der verschiedenen nationalen Koordinationsstellen der einzelnen Länder sind die Bereiche Prävention, Strafverfolgung und Schutz von Opfern von Menschenhandel. Um Menschenhändlern das Handwerk legen zu können, brauche es Informationen über die Opfer und ihre Bedürfnisse. „Um Menschenhandel wirksam zu bekämpfen, ist Kooperation zwischen den Staaten am Horn von Afrika und den europäischen Ländern der einzig richtige Weg“, so der deutsche Botschafter Ulrich Klöckner in seiner Abschlussrede. „Die Instrumente müssen harmonisiert werden, der Informationsaustausch etabliert werden.“

Geschätzte neun Millionen Menschen in und um das Horn von Afrika migrieren aus vielschichtigen Gründen, dazu gehören die Suche nach Schutz vor Verfolgung und Konflikten ebenso wie die Suche nach Arbeit oder besseren Arbeitsbedingungen. Für viele Menschen ist dies ein Weg ins Ungewisse, den sie ohne Visa oder gültige Papiere auf illegalen Wegen an. Viele dieser Migrierenden bleiben in ihren Nachbarländern, während andere durchreisen. Menschenhändler nutzen den illegalen Status der Migrierenden aus und bauen ihre Netzwerke in der Region aus. In der Konsequenz sind Migrantinnen und Migranten Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung ausgesetzt.

Während der Konferenz arbeiteten die Teilnehmenden drei Tage lang in Panel-Diskussionen und Arbeitsgruppen. Sie und definierten die grenzüberschreitende Bekämpfung des Menschenhandels als weiteres Schwerpunktthema für die nationalen Koordinationsstellen. Ein wichtiges Thema war dabei die Harmonisierung regionaler Strafverfolgungsstrukturen und Ermittlungsverfahren, um valide Zeugenaussagen zu erlangen und dabei die Opfer zu schützen. Auch Maßnahmen zur Verbesserung der Kooperation und des Austausches zwischen den Staaten wurden erörtert. „Es ist an uns, unsere Verfahren anzugleichen“, sagte General Awad Alneil Dahiya, Vertreter des sudanesischen Innenministeriums. „Wir brauchen mehr Wissen, Erfahrungen und Training. Aber wir haben bereits Informationen in unseren Ländern gesammelt, die wir nutzen und miteinander teilen müssen, um den Menschenhandel wirksam zu bekämpfen.“

Die Konferenz wurde vom „Better Migration Management“ (BMM) Programm in Zusammenarbeit mit der Sudanesischen Regierung organisiert. BMM wird aus dem Emergency Trust Fund for Africa der Europäischen Union sowie vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Das Programm hat zum Ziel, das Migrationsmanagement in der Region zu verbessern und insbesondere Menschenhandel und -schleusung innerhalb und aus dem Horn von Afrika zu adressieren. Die Konferenz konzentrierte sich auf die Länder an der nördlichen Migrationsroute. In zwei weiteren Folge-Veranstaltungen soll der Fokus auf der östlichen und der südlichen Route liegen.

 

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