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Beziehungen zu Deutschland

05.10.2018 - Artikel

Stand: Oktober 2018

Politische Beziehungen

Die Bundesregierung bemüht sich, zur Lösung der verschiedenen Konflikte im Sudan beizutragen. Ziel ist eine friedliche, sichere und nachhaltige Entwicklung im gesamten Land.

Deutschland unterstützt die Friedensbemühungen der Afrikanischen Union. Deutschland unterstützt außerdem das umfassende Friedensabkommen zwischen Nord- und Südsudan im Rahmen der Europäischen Union und der Vereinten Nationen. Deutschland ist wichtiger Beitragszahler für die gemeinsame Friedensmission der Vereinten Nationen mit der Afrikanischen Union UNAMID in Darfur und entsendet Polizisten und Soldaten für die Blauhelmmission. Zusätzlich unterstützt Deutschland die Mission mit Ausbildungs- und Ausstattungshilfe für Kontingente afrikanischer Truppensteller.

Schwerpunkt deutscher humanitärer Hilfe in Sudan ist die Unterstützung der rund 2 Millionen Binnenvertriebenen in Darfur.

Wirtschaftsbeziehungen und Entwicklungszusammenarbeit

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Sudan sind von hoher Wertschätzung für deutsche Lieferungen und Leistungen geprägt; das Volumen ist gering. Da bislang keine Hermesdeckung der Bundesregierung für Auslandsgeschäfte mit Sudan möglich ist, bleiben die Perspektiven für eine Ausweitung des bilateralen Handels beschränkt.

Großprojekte wie die Erweiterung des sudanesischen Telekommunikationssektors sowie im Kraftwerksbau und im Verkehrssektor haben das Interesse deutscher Unternehmen geweckt, die sich insbesondere mit Ingenieurdienstleistungen im Auftrag der sudanesischen Regierung beteiligen. Vertreter von DIHK, AHK oder Korrespondenten der GTAI gibt es in Sudan nicht.

Der Außenhandel Deutschlands mit Sudan bewegt sich auf niedrigem Niveau. Im Jahr 2016 hat Deutschland Waren für 170,5 Mio. Euro nach Sudan importiert. Die Importe aus dem Sudan nach Deutschland betrugen aber nur 16,5 Mio. Euro. Im ersten Halbjahr 2017 wurden bereits Waren im Wert von 148,5 Mio. Euro nach Sudan exportiert, die Importe aus Sudan blieben aber weiter niedrig (10,8 Mio. Euro). Traditionelle Hauptexportgüter Sudans nach Deutschland sind Baumwolle, Gummi Arabicum sowie in geringen Mengen Sesam, Nüsse und Leder. Die sudanesischen Importe aus Deutschland umfassen hauptsächlich Maschinen und Ausrüstungen sowie Fertigerzeugnisse, Chemikalien, Lebensmittel und Textilien.

Im entwicklungspolitischen Bereich engagiert sich die Bundesregierung mit der Förderung von Maßnahmen in den Bereichen Flucht und Migration, Resilienz und Ernährungssicherheit sowie friedlicher Wiederaufbau. Ziel aller Maßnahmen ist eine nachhaltige Unterstützung von Flüchtlingen, Binnenvertrieben und aufnehmenden Gemeinden, die Stärkung der Resilienz benachteiligter Bevölkerungsgruppen gegenüber Dürre- und Krisenbedingten Schocks sowie die Flankierung des international begleiteten Friedensprozesses in Darfur.

Eine klassische bilaterale Finanzielle und Technische Zusammenarbeit mit der Republik Sudan gibt es nicht. Entwicklungspolitische Maßnahmen werden über internationale Organisationen und Nichtregierungsorganisationen umgesetzt. Im Fall von Berufsbildungs- und Wiederaufbaumaßnahmen der GIZ erfolgt die Umsetzung als Teil des Engagements der Bundesregierung im Rahmen des Friedensprozesses in Darfur sowie im Rahmen einer trilateralen Kooperation mit der Regionalorganisation IGAD (Intergovernmental Authority on Development).

Kulturelle Beziehungen

Die Zusammenarbeit im Bereich Kultur und Bildung ist gut entwickelt. Deutsche Kultur und Wissenschaft haben in Sudan einen hervorragenden Ruf. Zahlreiche Sudanesen haben in Deutschland studiert oder gearbeitet und halten in Khartum ein aktives Netzwerk von an Deutschland Interessierten aufrecht.

Das Goethe-Institut in Khartum stellt seit seiner Wiedereröffnung 2008 in der Programm- wie in der Spracharbeit eine zentrale Säule der kulturellen Beziehungen mit Sudan dar. Mit seinem kulturellen Programm (Theaterworkshops, Konzerte, Diskussionsrunden, etc.) und dem im Hause betriebenen Café dient es als Treffpunkt der aufstrebenden sudanesischen intellektuellen Elite, die die benachbarten Universitätsinstitute besucht. Sprachkurse des Goethe-Instituts erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist durch eine Lektorin (Germanistik) in Khartum vertreten. Diese ist für die Vergabe von Stipendien für Studien- und Forschungsaufenthalte in Deutschland und für die Studienberatung zuständig.

Seit 1990 wird Deutsch als Fremdsprache an sudanesischen Universitäten angeboten. Derzeit sind knapp 125 Studenten im B.A. und B.A.-Honours Programm an der University of Khartum eingeschrieben. An sudanesischen Schulen besteht bisher kein Angebot zum Erlernen der deutschen Sprache.

Im Wissenschaftsbereich existiert eine Reihe von Kooperationsprogrammen sudanesischer und deutscher Bildungseinrichtungen mit Austausch von Studenten, Doktoranden, Forschern und Hochschullehrern. Dazu zählen die Zusammenarbeit der Ahfad-Frauenuniversität Omdurman mit der Humboldt-Universität Berlin und der TU Berlin (Frauenstudien, Entwicklungspolitik) sowie Kontakte zwischen der Gezira-Universität mit der Humboldt Universität (Landwirtschaft, Archäologie) sowie einer Reihe weiterer Universitäten.

Im Bereich des Kulturerhalts besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen dem sudanesischen Antikendienst und verschiedenen deutschen archäologischen Einrichtungen. Mitarbeiter der Humboldt Universität Berlin, der Universität zu Köln, dem Ägyptischen Museum in Berlin sowie des Deutschen Archäologischen Institutes führen regelmäßig Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten an antiken Stätten in Naga, Mussawarrat es Sufra und Gala Abu Ahmed durch. Dort gefundene Exponate werden regelmäßig als Leihgaben nach Deutschland verbracht.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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